Ohne Recht und ohne Schutz

Ha, habe ich frohlockt, als ich am Wochenende das Schreiben von Rasch Rechtsanwälte in den Händen hielt, nun hat es sich doch endlich gelohnt, dass ich seit vielen Jahren HDI Gerling für eine Rechtsschutzversicherung bezahle.

Pustekuchen: Zwei schlechte Nachrichten. Gestern habe ich die Hotline meiner Versicherung angerufen. Rechtsanwalt Höhenwarter war super hilfsbereit und kompetent. Offenbar erreichen die Hotline massenhaft Hilfeanrufe von Bürgern, die durch die Musikindustrie verfolgt werden.

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Vom Dunkel zum Licht

Abmahnung von Urheberrechtsverletzungen ist offenbar ein gutes Geschäft. In jedem Abmahnfall übersteigen die Erlöse solche aus dem Vertrieb einzelner Tonträger. Aufgrund der Rechtslage liegt das Risiko zudem vollständig auf Seiten der abgemahnten Verbraucher. Hier stelle ich meine Anklage zur Diskussion.  Interessant: Laut dem anhängenden Urteil haben Rasch Rechtsanwälte vor dem Landgericht Köln offenbar nicht einen konkreten Fall nachweisen müssen, sondern eine Reihe von Titeln “en-bloc” eingereicht. Auch fehlt die Anlage ASt1, welche die IP-Adressen beinhaltet. Rechteverwerter und ihre Anwälte setzen bei ihrem Vorgehen darauf, dass abgemahnte Internet-Nutzer das Risiko scheuen, sich gegen unberechtigte Forderungen zu wehren. Warum das so ist, dazu später. Auch Internet-Foren und Rechtsanwälte beraten dahingehend, man solle den Forderungen der Abmahnanwälte entgegen kommen, um ein noch größeres Risiko zu vermeiden.

Aus diesem Grund ist es mein Anliegen, die Praktiken der Rechteverwerter am konkreten Fall möglichst vollständig zu dokumentieren. Im ersten Schritt stelle ich hier das original Anschreiben der “Rasch Rechtsanwälte” zum Download zur Verfügung, welches ich am Wochenende erhalten habe. Abmahnung Rasch Rechtsanwälte 28.7.2011

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Es geht los – der Tanz beginnt

Seit einem Jahr suche ich nach einem Thema, der meinem Blog eine Existenzberechtigung gibt. Ich schreibe gern, bin beruflich und privat mit dem Internet sehr verbunden. Doch da es so viele gute Blogs gibt, scheute ich vor einem “me too” Blog zurück.

Doch jetzt beginnt der Tanz. Ich habe keine Wahl mehr. Jemand anders hat die Musik aufgelegt, zu der ich tanzen soll.

Am vergangenen Samstag hat mir ein guter alter Bekannter geschrieben, oder besser schreiben lassen: Die in meiner Heimatstadt Köln ansässige Musikfirma EMI. Dort bin ich einige Male hoffnungsvoll ein- und ausgegangen, als ich noch als Musikredakteur Plattenkritiken verfasste und mir dort meine kostenlosen Rezensionsexemplare abholte oder versuchte, Interviews zu vereinbaren.

Doch jetzt droht mir eine weniger erfreuliche Begegnung. EMI hat mir kein Rezensionsexemplar geschickt, sondern Anwälte. Sie fordern, dass ich ihnen bis nächste Woche 1200 Euro zahle. Weil ich verantwortlich sei, dass “Teenage Dream” von Katy Perry auf Bittorrent zur Verfügung gestellt worden ist. Und dass ich  nochmal 5001 Euro zahlen soll, wenn ich die 1200 Euro zahle und man mir nochmals unterstellen sollte, ich hätte irgendeinen Musiktitel nicht rechtmäßig erworben.

Aber warum soll ich zahlen, wenn ich keine Schuld auf mich geladen habe? Mein Herz ist rein. Ich habe niemals ein Musikstück illegal erworben. Ich habe niemals einen Song im Internet hochgeladen. Ich habe niemals etwas von Katy Perry gehört.

Eigentlich wollte ich mit meiner Familie nächste Woche in den Urlaub fahren. EMI möchte das nicht. Sie verlangen, dass ich mein sauer verdientes Urlaubsgeld an ihre Anwälte überweise. Das möchte ich nicht.

Ich werde mich wehren, für mein Recht kämpfen. Denn wenn es mich als Nicht-Katy-Perry-Fan mit 20 Jahren Internet-Erfahrung trifft, dann kann es jeden Internet-Nutzer treffen.

Die Themen dieses Blogs werden also die Musik, das Verbrechen und das Internet sein. Let’s Dance!